Eingewöhnung bei Denk mit Kita
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Mehrsprachigkeit in der Kita:Von der Wissenschaft zum Kita-Alltag

Mehrsprachigkeit in der Kita bekommt immer mehr Bedeutung. Deutschland ist ein Einwanderungsland: Schätzungsweise jedes fünfte Kind hat hierzulande einen sogenannten Migrationshintergrund. Viele von ihnen wachsen mehrsprachig auf, manche lernen Deutsch erst in der Kita. Und so stehen auch wir bei Denk mit Kita immer wieder vor der Frage: Wie gehen wir in unseren Kitas mit Mehrsprachigkeit um? Eine Kooperation mit der Internationalen Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit (IFM) lieferte uns hier wichtige Erkenntnisse und Impulse.
  • Sprache
| Lesezeit 4 Minuten

Mehrsprachigkeit wird immer wichtiger

Die Sprachförderung nimmt in allen Denk mit Kitas einen besonderen Stellenwert ein. Wir freuen uns, dass im Laufe der letzten Jahre auch einige Kitas Teil des Bundesprogramm für Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt istwerden konnten. In diesen Kitas kümmern sich speziell qualifizierte Sprachfachkräfte gemeinsam mit den Einrichtungsleitung um die sprachliche Bildung.

Ein Thema, das in den letzten Jahren immer wichtiger wurde, ist die Mehrsprachigkeit. Deshalb gründete das trägerinterne Gremium der Sprachfachkräfte einen Arbeitskreis zum Thema Mehrsprachigkeit. Ihr Ziel: den pädagogischen Fachkräften in allen Denk mit Kitas Hilfestellungen für den Umgang mit diesem sensiblen Thema zu bieten. Die persönliche und fachliche Weiterbildung sowie die Erarbeitung praktischer Anregungen für alle Mitarbeiter:innen steht hier im Vordergung. Mit finanzieller Unterstützung des Bundesprogramms „Sprach-Kita“ initiierten der Arbeitskreis eine Kooperation mit der Internationalen Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit (IFM). Die Forschungsstelle unter der Leitung von Prof. Claudia M. Riehl gehört zur Ludwig-Maximilian-Universität München. Sie ist eines der wenigen Institute weltweit, die sich explizit mit dem Thema Mehrsprachigkeit beschäftigen.

Die Internationale Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit (IFM)

Die 2013 gegründete Internationale Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit IFM hat das Ziel, die Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenz innerhalb der deutschen Gesellschaft zu fördern und den Stellenwert der Mehrsprachigkeit zu verbessern. Die Forschungsstelle unter der Leitung von Prof. Claudia M. Riehl arbeitet an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis: Ein Schwerpunkt ist die praktische Umsetzung und der wissenschaftlichen Erkenntnisse – zum Beispiel über Kooperationen wie die mit Denk mit Kita.

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Gezielte Schulungen für alle Sprach-Kita Teams

Dem Arbeitskreis war schnell klar: Das Thema Mehrsprachigkeit betrifft nicht nur die Sprachfachkräfte, die ohnehin schon über umfangreiches Wissen in diesem Bereich verfügen. Vielmehr galt es, als Teams der Sprach-Kitas die Möglichkeit zu erhalten, sich mit diesem wertvollen sprachlichen Schwerpunkt intensiv und wissenschaftlich fundiert zu beschäftigen – schließlich ist jeder und jede Einzelne von ihnen tagtäglich mit dem Thema konfrontiert.

Um alle mitzunehmen, entwickelten der Arbeitskreis und die IFM eine Reihe thematisch aufeinander aufbauender Fortbildungen. Die Themen orientierten sich an der täglichen pädagogischen Arbeit und lieferten wertvolle Impulse für die Praxis. Die Schulungen wurden von Referentinnen der IFM als Online-Veranstaltungen durchgeführt.

    Bezugsperson in der Eingewöhnung bei Denk mit Kita

    Die Themen der Seminare:

    • Mehrsprachigkeit – was bedeutet das eigentlich?
    • Wie gehe ich mit Sprachen um, die ich selbst nicht spreche?
    • Wir schaffen wir Raum für die Herkunftssprache?
    • Wie gestalten wir die Zusammenarbeit mit den Eltern?
    • Was bedeutet alltagsintegrierte Sprachförderung in der Kita?

    Wie leben wir Mehrsprachigkeit bei Denk mit Kita?

    Die Vielfalt an Sprachen ist regelmäßiger Bestandteil unseres pädagogischen Alltags. Durch die Kooperation mit der IFM konnten wir noch einmal wertvolle Impulse gewinnen.

    Zum Beispiel durch das Vorlesen und Anbieten mehrsprachiger Kinderbücher und das Lernen gemeinsamer Fingerspiele oder Lieder in verschiedenen Sprachen. Dies macht unseren Alltag in diesem Zusammenhang ein weiteres Stück bunter. Im Kontakt mit den Familien nutzen wir unterschiedliche Methoden, wie Piktogramme, digitale Übersetzer oder die Sprache der Mimik und Gestik, um Hürden zu überwinden und den Austausch zu erleichtern.

    Mehrsprachigkeit ist reich an Facetten – neben der Sprache spielt auch die Kultur eine wichtige Rolle. Wir sehen Vielfalt als Bereicherung und freuen uns gemeinsam mit den Kindern und Familien in unseren Kitas den Reichtum unserer Welt zu erkunden und dabei neue Tänze, Spiele oder auch kulinarische Besonderheiten kennenzulernen.

     

    Mehrsprachigkeit als Bereicherung

    Wir sind überzeugt: Jedes Kind verdient die gleichen Chancen im Hinblick auf seine persönliche Entfaltung und Entwicklung – ungeachtet seiner Herkunft oder Muttersprache. Mehrsprachigkeit begreifen wir als Bereicherung: Ihre Wertschätzung und gezielte Förderung entsprechen unserem Verständnis von einer weltoffenen, wertevermittelnden Bildung. Mit dieser wollen wir dazu beitragen, Vorurteile und Diskriminierung abzubauen und ein friedvolles Miteinander zu ermöglichen.

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