Rituale in der Kinderkrippe

Neben Festen und Feiern, die uns im Jahreskreis begegnen spielen in der Kinderkrippe Rituale eine wichtige Rolle. Sie strukturieren den Tagesablauf in der Krippe und geben einen Rhythmus vor, der wiederkehrend, bewahrend und zuverlässig ist. In diesem Beitrag möchten wir ein paar Rituale aus dem Krippenalltag vorstellen.

Der Morgenkreis ein tägliches Ritual in der Kinderkrippe

Die Krippenkinder suchen sich alle einen Punkt auf dem Teppich und finden durch dieses Ritual automatisch einen Platz im gemeinsamen Kreis. Elemente wie das Zählen der Kinder, das Begrüßungslied oder der Blick nach Draußen auf das Wetter sind ein fester Bestandteil des Morgenkreises. Wer ist heute alles da? Diese Frage kann beispielsweise anhand von Bildern der Kinder geklärt werden. Jedes Kind, welches in der Krippe ist, darf sein Bild in das selbstgebastelte Haus als Symbol für die Kinderkrippe hängen. Schon die Kleinsten erleben sich dadurch als Teil der Gruppe und nehmen wahr, wer da ist und wer heute fehlt.

Das Aufräumlied

Bevor etwas „Neues“ beginnt, wird das „Alte“ gemeinsam zu Ende gebracht. Das Aufräumlied begleitet die Kinder dabei die Spielsachen und anderen Materialien aufzuräumen.

Ein akustisches Signal, wie eine Glocke oder Klangschale sowie Aufräumverse „eins, zwei, drei, das Spielen ist vorbei. Vier, fünf, sechs, aufgeräumt wird jetzt“ kündigen das Aufräumen an und geben den Kindern den Hinweis, jetzt beginnt etwas „Neues“.

Rituale gebe Sicherheit

Die meisten Rituale sind große Helfer im Alltag mit unseren Kindern. Sie geben Halt, Orientierung und Geborgenheit. Sie helfen den Kindern vor allem dabei ihren Platz in der Gemeinschaft zu finden.

Diese Rituale sind für Groß und Klein besonders wichtig:

  • Alltagsrituale – sie geben den Kindern Orientierung und ein Zeitgefühl.
  • Übergangsrituale – sie helfen den Kindern nicht nur bei größeren Veränderungen im Leben, wie den Übergang in den Kindergarten. Auch im Tagesablauf können Übergangsrituale die Kinder auf eine neue Situation vorbereiten.
  • Jahreszeitenrituale - mit ihnen bekommen die Kinder das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein, eingebettet in die Gemeinschaft und einen immer wiederkehrenden Zyklus.

 

Der Jahreszeitentisch

Klassische Ereignisse wie, Sankt Martin, Weihnachten, Fastnacht oder Ostern teilen das Jahr in Abschnitte ein. Der Jahreszeitentisch kann mit Fundstücken aus der Natur oder anderen Elementen anschaulich darstellen, wie das Jahr voranschreitet und die Natur sich im Jahreslauf verändert. Unabhängig von den meist Festen können farbige Tücher, Figuren aus Holz oder Märchenwolle und Naturmaterialien die aktuelle Jahreszeit mit ihren Besonderheiten wiederspiegeln.

In Ritualen steckt ein riesiges Potenzial. Sie entfalten ihre Kraft in der Wiederholung. Auf Rituale kann man sich verlassen. Sie sind wie kleine Zahnräder, die ineinandergreifen und dafür sorgen, dass vieles leichter wird. Wer sinnvolle Rituale hat, braucht weniger Regeln. Wer weniger Regeln braucht, muss seltener ermahnen, schimpfen und Konsequenzen ziehen.