Resilienz – starke und selbstbewusste Kinder begleiten

Die Fähigkeit, mit Herausforderungen und Rückschlägen umzugehen, sie zu bewältigen und sich gegebenenfalls an neue Rahmenbedingungen anzupassen: Das alles ist Resilienz – eine Eigenschaft, die es uns Menschen erlaubt, gestärkt aus schwierigen Situationen herauszukommen und sich wie ein Stehaufmännchen aufzurichten. Wichtig für Resilienz, das sogenannte Immunsystem der Seele, ist ein starkes Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten. In den Denk mit! Kitas wird der Alltag und die pädagogischen Angebote so gestaltet, dass die Kinder die Einrichtung als starke, selbstbewusste Persönlichkeiten und mit einem Koffer voller verschiedener Kompetenzen verlassen.

 

Worte haben Gewicht

Schon Kleinigkeiten helfen im pädagogischen Alltag, Kindern den Glauben an sich selbst zu vermitteln und das Selbstbewusstsein aufzubauen und zu stärken. Ein ehrliches Kompliment oder ermutigende Worte – wir alle wissen, wie gut sich das anfühlt und wie beflügelnd ein positives Feedback sein kann. Besonders bei Kindern, die sich selber noch kennenlernen und ihren Platz in der Gesellschaft suchen, haben Worte Gewicht. Sie haben starken Einfluss auf das Selbstvertrauen und den Mut, den die Kleinen entwickeln, um Dinge anzupacken und auszuprobieren.

 

Mut machen

Kinder haben die besten Voraussetzungen für die Ausprägung von Resilienz, denn sie sind von Natur aus neugierig und wissenshungrig. Ihre Begleitpersonen, Eltern wie Erzieher:innen, haben die verantwortungsvolle Aufgabe, den kleinen Weltentdeckern den Rücken für eigene Entdeckungen zu stärken und sie im gleichen Atemzug bei Rückschlägen motivierend aufzufangen. In den Denk mit! Kitas wissen wir, dass ein „Du schaffst das! Ich bin da, wenn Du mich brauchst“ anders wirkt als ein „das kannst Du nicht, dafür bist Du noch zu klein“. Ermutigung und die Sicherheit, auch Rückschläge bewältigen zu können, wirken als positiver Ansporn, Neues auszuprobieren und unter Umständen auch gewohnte Pfade zu verlassen. Und auch wenn etwas mal nicht klappt: Bei Rückschlägen sind Pädagog:innen da, um die Kinder emotional aufzufangen und ihnen das Gefühl bedingungsloser Wertschätzung entgegen zu bringen. In der geschützten Atmosphäre der Kita dienen die Erzieher:innen als Wegbegleiter. Sie stehen zur Seite und bieten Hilfestellungen, nehmen den Kindern dabei aber nicht jeden Stein aus dem Weg.

 

Das Kind als Individuum und als Gruppenmitglied

In den Denk mit! Kitas legen wir großen Wert darauf, dass jedes Kind als Individuum wahrgenommen und gefördert wird – sei es extrovertiert oder introvertiert, kreativ, musikalisch, sportlich, sensibel oder ungeduldig. Gleichzeitig soll ein harmonisches Miteinander in der Gruppe herrschen und jedem Kind das Gefühl vermittelt werden, richtig und wichtig zu sein. Dabei profitieren die Kleinen von der Gruppendynamik und können ihre Resilienz in verschiedenen Situationen spielerisch trainieren. In der Gruppe erleben Kinder auch mal Konflikte und stoßen in einer frustrierenden Situation an ihre Grenzen, weil sie beispielsweise beim Bastelprojekt merken, dass sie nicht mithalten können. Die Aufgabe der Pädagog:innen ist es, diese Gefühle zu begleiten, damit die Kinder an ihren Herausforderungen wachsen.

 

Positive Atmosphäre für die Entwicklung

Kinder können ihre Aufgaben und Herausforderungen alleine bewältigen und somit ein hohes Maß an Selbstwirksamkeit erfahren – dafür schaffen wir in den Denk mit! Kitas die entsprechende Atmosphäre. Wichtig hierfür sind selbst Kleinigkeiten, deren besondere Bedeutung Erwachsenen häufig kaum auffällt: Beispielsweise sind Stühle nur so hoch, dass Kinder sie alleine tragen, rücken und nutzen können. Waschbecken sind auf einer kindgerechten Höhe montiert und Garderoben erlauben es selbst den Kleinsten, die eigene Jacke aufzuhängen, ohne sich „klein“ zu fühlen.

 

Tipps für Eltern, um Resilienz bei Kindern zu Hause zu stärken

Um die Resilienz schon bei Kleinkindern auch im Alltag gezielt zu stärken, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Im Folgenden geben wir Eltern ein paar Tipps, wie sie mit ihren Kindern gezielt trainieren können, den eigenen Fähigkeiten zu vertrauen, Problemlösungen zu finden, Rückschläge erfolgreich zu verarbeiten oder Mut zu sammeln.

 

Tipp 1: Übung macht den Meister

Ein ermutigendes „Das war schon sehr gut. Versuch‘ es gleich noch einmal!“ hilft, über sich hinauszuwachsen, auch wenn es vielleicht auf Anhieb nicht gleich klappt, wie geplant – sei es beim Fahrradfahren, Basteln oder Klettern. Kinder dürfen immer wieder neue kleine Herausforderungen annehmen und in Begleitung bewältigen oder verarbeiten. Wichtig dabei ist, Ziele erreichbar zu stecken und die Kleinen nicht zu überfordern.

Tipp 2: Erfolgserlebnisse sammeln

Das Selbstbewusstsein des Kindes wird gestärkt, indem es sich ausprobiert und Erfolgserlebnisse erfährt. Der Alltag bietet hierfür unzählige Möglichkeiten – zum Beispiel kleine, wichtige Aufgaben, die bewältigt werden sollen. Zum Beispiel die große Rutsche im Freibad oder die selbständige Bestellung beim Bäcker: Die Überwindung wird schnell mit einem positiven Erlebnis belohnt. – sei es das kühle Nass oder das Lieblingsgebäck.

Tipp 3: Unschöne Situationen spiegeln

Das einfühlsame Spiegeln eines „Fehl-“ Verhaltens hilft Kindern dabei, ihre Welt noch besser zu verstehen. Dies kann zum Beispiel anhand kleiner Konflikte auf dem Spielplatz geübt werden: „Wie würdest Du Dich fühlen, wenn dir das Kind einfach die Schaufel wegnehmen würde?“ Gemeinsam kann eine Lösung für ein Problem besprochen werden, um daraus für das nächste Mal zu lernen.

Tipp 4: Mutmach-Liste

Eltern können sich ganz bewusst Zeit nehmen, über zwei Wochen eine Liste anzulegen, in der aufgeführt wird, welche Erfolgserlebnisse und Entwicklungsschritte ihr Kind die letzten 14 Tage gemacht hat. In einem ruhigen Moment kann die Liste gemeinsam mit dem Nachwuchs besprochen werden. Es ist schön zu beobachten, was die geballte Ladung an kleinen und großen Meilensteinen mit dem Selbstwertgefühl des Kindes machen kann.