Sprachförderung mit dem Kamishibai

Die Sprachförderung wird mit dem Kamishibai interaktiv gelebt. Wie das Kamishibai angewendet wird und wo es herkommt erklären wir in diesem Beitrag.

Das Wort Kami-shibai kommt eigentlich aus dem Japanischen und bedeutet Papiertheater (Kami= Papier; shibai=Theater). Bereits im 12. Jahrhundert zogen buddhistische Mönche durchs Land und erzählten mit dem Kamishibai ihre Weisheiten, die sie mithilfe von Bildern aus Papier erzählten. Durch Comics und Fernsehen geriet das Kamishibai längere Zeit in Vergessenheit, auf einer internationalen Buchmesse in den 70er Jahren erlebte das Kamishibai aber ein Comeback. Jetzt besser bekannt als ein Erzähltheater nutzen es seither viele PädagogInnen, um den Kindern Lust auf Geschichten und Erzählen zu vermitteln.  Aber wie schaut das Kamishibai denn nun aus und wie kann man es nutzen?

Das Kamishibai ist ein Holzkasten mit Flügeltüren, in den der Erzähler vorab seine Bilder in der Reihenfolge einstecken kann, in der er seine Geschichte erzählen will. Öffnen sich die Flügeltüren, beginnt das Erzählen und der Erzähler erzählt mithilfe der Bilder seine Geschichte. Es eignet sich für alle Altersstufen bis einschließlich Grundschule. Mit den Krippenkindern werden eher kurze Geschichten oder sogar nur einzelne Bilder “erzählt” und besprochen. Ebenso können einzelne Fingerspiele selbst gestaltet auf Papier bildlich unterstützt “erzählt” werden. Ab dem Kindergartenalter werden die Geschichten länger, hier können dann sogar auch die Kinder die Rolle des Erzählens übernehmen oder selbst eigene Geschichten erfinden, die sie bspw. zuerst auf Papier malen und dann gemeinsam mit den ErzieherInnen/ KinderpflegerInnen oder anderen Kindern wiedergeben.  

So wird das Kamishibai zur Sprachförderung eingesetzt

Das Erzähltheater bietet für die Kinder etwas ganz besonderes, sie erleben auf ganz einfache Weise den Zauber vom Theater, die Spannung, die dazugehört und sie können sich aktiv mit einbringen: z.B. durch Nachfragen, durch Mitmachelemente wie Beispielweise dem Nachmachen von Tiergeräuschen oder durch das eigene Erzählen. Durch die Bildunterstützung können die Kinder das Erzählte wirklich begreifen, ihre Fantasie wird angeregt und sie entwickeln Lust auf eigene Geschichten. Das Kamishibai ist also ein einfaches und geniales Format, die Kinder spielerisch sprachlich zu fördern und sie gleichzeitig für Sprache zu begeistern.        

Mittlerweile gibt es in verschiedenen Verlagen viele Bilderbücher, die für das Kamishibai als Kartenset angeboten werden. Ein paar Beispiele für die Kinderkrippe:

  • Elmar
  • Auf dem Spielplatz mit Emma und Paul  
  • Das kleine Schaf Ida findet Freunde 
  • Die kleine Maus sucht einen Freund 

Für Kindergarten und Hort gibt es ebenso unzählige Bücher als Kamsihibai, auch hier eine kleine Ideenauswahl:  

  • Das kleine Gespenst, Tohuwabohu auf Burg Eulenstein
  • Der Besuch (Viersprachiges Bildkartenset für Kamishibai, Deutsch, Englisch, Französisch )
  • Der Grüffelo
  • Urmel schlüpft aus dem Ei 

Bühne frei für viele spannende Geschichten! Weitere Ideen rund um die Sprachförderung findest Du hier auf dem Blog oder auf unserem Pinterestboard zur Sprachförderung.